Bisam
Der Bisam (auch Bisamratte, Ondatra zibethicus) ist ein aus Nordamerika stammendes, semi-aquatisches Nagetier, das sich in Deutschland stark verbreitet hat. Er gehört zu den Wühlmäusen, nicht zu den Ratten, und kann durch seine Grabtätigkeit erhebliche Schäden an Wasserbauwerken verursachen.
Steckbrief
• Systematik: Familie der Wühlmäuse (Arvicolinae), größter Vertreter in Europa
• Größe: Kopf-Rumpf ca. 35–40 cm, Schwanz 20–25 cm
• Gewicht: 0,8–2,3 kg
• Fell: Dicht, wasserabweisend; Farben von dunkelbraun bis cremefarben
• Merkmale:
• Seitlich abgeflachter Schwanz (nicht rund wie bei Nutria, nicht keulenförmig wie beim Biber)
• Schwimmborsten an den Zehen statt Schwimmhäuten
• Moschusduft bei Männchen – Ursprung des Namens „Bisam“
Ernährung
• Hauptsächlich pflanzlich: Wasserpflanzen, Feldfrüchte
• Gelegentlich tierisch: Muscheln, Schnecken, Amphibien – Fische nur selten
• Schäden: Frisst Kulturpflanzen, untergräbt Ufer und Deiche

Verhalten
• Lebensraum: Gewässernähe – Flüsse, Seen, Kanäle, Teiche
• Bauten:
• Erdbaue mit unterirdischen Gängen und Wasserzugang
• Winterburgen aus Schilf, Binsen, Stroh – bis 2 m hoch
• Aktivität: Dämmerungs- und nachtaktiv, gelegentlich auch tagaktiv
• Fortbewegung: Schwimmt und taucht hervorragend, nutzt Wasserwege für Wanderungen
Gefahren
💣 Schäden
• Grabtätigkeit: Unterhöhlung von Deichen, Dämmen, Uferbefestigungen → Gefahr von Deichbrüchen und Überschwemmungen
• Landwirtschaft: Frisst Feldfrüchte, schädigt Kulturen
🧫 Krankheiten
• Fuchsbandwurm: Bisam kann als Zwischenwirt fungieren – Gefahr für Menschen bei Kontakt mit Kot
• Parasiten: Träger von Würmern, Flöhen, Zecken – indirekte Gefahr für Mensch und Haustier